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THEATER RAINER BAUER CAFÉ BAUER |
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Café Bauer
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Was ist ein „Personal Shopper“? Kleinkunst: Eine Menge Unterhaltung: Rainer Bauer bittet erstmals in sein Café im Garten des Theaters Mollerhaus DARMSTADT. „Das ist Premiere, das ist live“, sagt Rainer Bauer angesichts der grauen Wolken, die am Sonntagnachmittag in Darmstadt zunächst über dem Theater Mollerhaus hängen und ein paar Tropfen fallen lassen. Im Normalfall hätte das keinen gestört, aber die neue Veranstaltungsreihe spielt sich im lauschigen Garten hinter dem Gebäude und nicht im Theaterraum ab. Ein Paar spannt über dem Tisch einen bunten Schirm auf, andere flüchten ins Mollerhaus hinein.
Die Sonne hat sich jedoch fast pünktlich zum geplanten Beginn durchgesetzt, und die Gäste wagen sich mit ihren Kaffeetassen und Kuchentellern wieder hinaus ins Freie, wo Improvisationsdarsteller Rainer Bauer ins „Café Bauer“ eingeladen hat: Bei Milchkaffee und Streuselkuchen gibt es in entspannter Atmosphäre Talk und Kleinkunst im Grünen. Chansonsängerin Petra Bassus und Akkordeonist Alexandre Bytchkov machen das musikalische Programm.
Kairo liegt am Nil, Paris an der Seine und Darmstadt am Darmbach, stellt Bauer in seinem Eröffnungsliedchen fest, bevor er das Mikrofon an Petra Bassus weiterreicht. Ironisch besingt er den provinziellen Charme dieser Stadt, macht Darmstadt darin zur Weltstadt und den Darmbach zu einem bedeutsamen Gewässer.
Zu dieser Ironie passt auch Bauers Talkgast Roluf Schlüter, ein Modekenner und ehemaliger Fashion-Moderator bei Rhein-Main-TV. Der Darmstädter hat früher mal beim SV 98 Fußball gespielt, bei Henschel und Ropertz eine Lehre gemacht und sich später als „Personal Shopper“ verdingt. Was ist das denn? Bauer fragt nach: Schlüter ging mit Frauen, die genug Zeit und Geld haben, in den Modemetropolen dieser Welt einkaufen. Er weiß, wo in Mailand und Paris die schicken Sachen hängen und findet es faszinierend, Klamotten einzukaufen. Da gucken die Darmstädter in dieser Plauderstunde im Mollerhaus-Garten amüsiert.
Bauer spricht ihn auch auf seine von Anglizismen durchzogene Sprache an, in der die Fashion-Szene ihre Spuren hinterlassen hat. Schlüter nimmt den kleinen Seitenhieb sympathisch auf. Er sei eben locker und meistens gut gelaunt – da sagt er eben gerne mal so was wie „das ist mein Beat“, oder „das ist mein Style“.
Zum Schluss soll er den schmunzelnden Darmstädtern noch erzählen, was derzeit angesagt sei. Socken in Sandalen sind schlecht, Krawatten eher out. Bauer grinst auf einmal triumphierend aus seinem krawattenlosen Hemd heraus. Am wichtigsten sei jedoch, dass man sich in seiner Kleidung wohl fühle, endet der Modespezialist versöhnlich. Danach geht es wieder weiter mit Petra Bassus und den Chansons von Edith Piaf, Friedrich Hollaender oder Hildegard Knef. Ein Tango, ein Walzer und zum Schluss der Wunsch, es möge rote Rosen regnen – mit kräftiger Stimme und ihrem ansteckenden Lachen reißt Bassus die Zuhörer an diesem kühlen Sommernachmittag mit.
Talk und Kleinkunst funktionieren bei Kaffee und Kuchen wunderbar – jedenfalls im Café Bauer mit seinem sympathischen Gastgeber.
Das nächste Treffen im „Café Bauer“ ist am 16. September (Sonntag) um 15 Uhr. Stefanie Müller 21.8.2007
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