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NICHT MEHR GELD , ABER MEHR SICHERHEIT
 

Darmstädter Echo, 25.03.2009

Nicht mehr Geld, aber mehr Sicherheit
Theaterförderung: Darmstädter Jury begutachtet Arbeit und Konzepte der freien Szene

DARMSTADT. Die Förderung der freien Theater in Darmstadt wird neu geregelt: hin zur stärkeren Unterstützung langfristiger Konzepte. Eine Fachjury hat bereits ihre Arbeit aufgenommen, um insgesamt 38 Anträge zu bewerten. Bis Anfang Juni sollen Empfehlungen für die städtischen Gremien vorliegen, wie der Etatposten 2009 in Höhe von 236.810 Euro verteilt werden kann, hieß es gestern bei einer Pressekonferenz der Stadt.

„Es ist ein sehr ehrgeiziges Verfahren“, sagt der Darmstädter OB und Kulturdezernent Walter Hoffmann (SPD), der auch Jury-Vorsitzender ist. „Wir betreten da Neuland.“ Zwar gibt es in manchen größeren Städten längst die dauerhafte Subvention freier Gruppen, doch basieren solche kulturpolitischen Entscheidungen zumeist nicht auf dem Votum von Theaterkennern, die auch künstlerische Aspekte würdigen. Das Darmstädter Problem: Herausragende Arbeit soll stärker und länger gefördert werden, doch es steht nicht mehr Geld zur Verfügung.

Thomas Best, Vorsitzender des Vereins Freie Szene, hatte auf 50.000 Euro mehr gehofft. Angesichts der angespannten Haushaltslage mit zehnprozentigen Kürzungen können die Theatermacher aber schon froh sein, dass ihr Etat gleich geblieben ist. Thomas Best (Kindertheater „Die Stromer“) schränkt denn schon ein: „Es ist die Frage, ob die Umverteilung so viel freisetzt. Es soll ja nicht das Geflecht der Vielfältigkeit verloren gehen.“ Das wird schwierig, denn wo an einer Stelle mehr Geld fließt, muss es an anderer Stelle notgedrungen weniger sein. Best meldet denn auch „schon jetzt Modifizierungsbedarf“ an und prophezeit: „Das wird in den nächsten eins, zwei Jahren noch viele Stolpersteine geben.“ Die Freie Szene aber hat es so gewollt. Die Kulturförderrichtlinien aus der Mitte der Achtziger seien veraltet gewesen, sagt Best, der mit seinem Verein seit 2003 auf eine Reform drängte und auch beratend daran mitwirkte.

Wie mag die Jury entscheiden? Der Darmstädter Schauspieldirektor Martin Apelt, der diesem ehrenamtlichen Gremium angehört, hat zunächst mal festgestellt, dass „ganz unterschiedliche Auffassungen“ herrschen. Ein gemeinsamer Nenner könnte die Unterstützung von Kinder- und Jugendtheater sein, das schon im Kriterienkatalog als wichtig herausgehoben wird. „Aufgrund gewachsener Traditionen ist es etabliert, dass das Staatstheater ein geringeres Angebot für Kinder und Jugendliche hat – auch, um der freien Szene das Geschäft nicht kaputt zu machen. Die sind ganz bewusst in diese Nische gegangen“, sagt Apelt. „Kinder- und Jugendtheater werden wohlwollend behandelt aufgrund des Bedarfs, der in der Stadt herrscht.“
sb
25.3.2009




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