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THEATERQUARANTÄNE |
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Totalschaden
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DA- Echo, 22.09.08 „Totalschaden“ von Karst Woudstra Beeindruckende Leistung der Theaterquarantäne im Mollerhaus
TOTALSCHADEN: Steffen Link, Jochen Döring und Sascha Weitzel (von links) von Theaterquarantäne überzeugten bei der Premiere. (Foto: Günther Jockel)
Mitten im Satz trifft Jeroen (Steffen Link) die nächste Krampfattacke. Seine Worte muss er herauspressen, der gesamte Körper zuckt und biegt sich schließlich nach hinten durch. Wenige Sekunden später hat sich Jeroen wieder gefangen, der Schmerz verschwindet so schnell, wie er gekommen ist. Allerdings bleibt der Eindruck, dass mit dem jungen Mann etwas nicht stimmt.
Duco (Jochen Döring) und Reinier (Sascha L. Weitzel) bemerken Jeroens Probleme nicht. Wie auch, schauen sich die drei jungen Männer doch höchstens dann in die Augen, wenn sie wieder einmal gewaltsam übereinanderherfallen.
Dann ziehen sie sich an den Haaren oder feuern derart schallend eine Ohrfeige, dass die Zuschauer im Darmstädter Theater Mollerhaus zusammenzucken. Die Gruppe Theaterquarantäne spielt dort Karst Woudstras Stück „Totalschaden“.
Drogen bestimmen das Leben der drei jungen Männer. „Stoff, ’ne Pille, mal ’ne Nase Koks“ ziehen sie sich rein und driften dabei unweigerlich in Richtung Abgrund. Sie befinden sich auf einer von Rückblenden durchsetzten Autofahrt zu einer Feier, doch die Regisseure Hanno Hener und Clé Braun verzichten auf entsprechende Requisiten und geben den Schauspielern ausreichend Bühnenraum zum Agieren.
Den brauchen diese auch, denn das Dreigestirn spielt derart intensiv und ausdrucksstark, dass selbst der zur Verfügung stehende Raum nicht ausreichend scheint. Freundschaft verbindet die drei jungen Männer nicht, dafür stehen sie in schicksalhafter Verbindung zueinander. Das vermittelt auch die Choreografie: Wie Skulpturen positionieren sich die Schauspieler, sprechen einander kaum an und richten ihren Blick meist in die Publikumsränge.
Mal stehen sie nebeneinander aufgereiht, mal in Dreiecksform verteilt, wirken aber stets wie mit durchsichtigen Marionettenfäden verbunden.
Bemerkenswert ist, wie reibungslos das Zusammenspiel der Akteure funktioniert. Da werden Worte synchron gesprochen, da gleichen die körperlichen Auseinandersetzungen einem ästhetischen Tanz, da stimmt jeder Einsatz.
Sehr präsent sind die drei Schauspieler, die sehr gute Leistungen zeigen.
Jeroen ist das Nesthäkchen. Ein lebensmüder Bubi, den Duco und Reinier zufällig aufgabeln, ihn zum Spielball ihrer Aggressionen machen und zum Drogenkonsum verführen.
Steffen Link spielt den Jungen mit apathischem Blick, die konsequent geballte Faust spiegelt die innere Anspannung wieder.
Jochen Döring und Sascha L. Weitzel sind vom Drogenkonsum Gezeichnete, die ihre Wutanfälle immer weniger unter Kontrolle haben. Besonders Jochen Döring kann die Intensität seines Spiels im Verlauf der Inszenierung steigern.
Die gewalttätigen Auseinandersetzungen eskalieren, hypnotisierende Technomusik untermalt die drastischen Szenen. Langsam, aber sicher wird klar, dass das Trio die Feier nicht erreichen wird.
Das Publikum quittiert die großartige Ensembleleistung mit lang anhaltendem Applaus.
Informationen über Aufführungstermine und Tickets unter www.theatermollerhaus.de. Simon Colin 29.09.2008
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danke in dur und moll - Eine Partitur für Clowns
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