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GEMELLI DE FILIPPIS |
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A.Null - Twins 38
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Suchbild mit Zwillingen Tanzperformance: Die Brüder de Filippis bringen für ihr Stück „A.Null“ eineiige Geschwisterpaare zusammen
Als Paar Nummer vier einläuft, gerät Michele de Filippis endgültig aus dem Häuschen: „Oh toll, die sehen sich ja total ähnlich!“ Kein Wunder, sind ja auch Zwillinge. So wie er und sein Bruder Guiseppe, die man auch kaum auseinanderhalten kann. Oder wie Isabell und Deborah Klein, die am Tresen stehen. Gleich vor Beate Klein und Kerstin Jarczyk, noch so ein doppeltes Lottchen. Aber Andreas und Thomas Urfels, die gerade eingetroffen sind, sehen sich wirklich am allerähnlichsten!
Im Theater Mollerhaus weiß man am Montagabend teilweise nicht, wo man hingucken soll beim Blick auf all die gleichen Geschwisterpaare, die sich dort zusammenfinden – zum vielleicht ersten inoffiziellen Zwillingstreffen Darmstadts. „Ich hab’ noch nie so viele Zwillinge auf einmal gesehen“, staunt Kerstin. Das stellt auch ihr neunjähriges Töchterlein Isabel fest, die das ganze äußerst „witzig“ findet und immer wieder kichern muss.
Initiiert haben die ungewöhnliche Zusammenkunft die aus Italien stammenden Brüder de Filippis, in Darmstadt bekannt als tanzendes Zwillingspaar und in dieser Eigenschaft Macher des Stücks „A.Null“, das am Freitag Premiere im Mollerhaus hat. Die Tanzperformance beschäftigt sich mit dem Thema Klonen, setzt sich also künstlerisch mit der künstlichen Vervielfältigung von Genen auseinander. Im Raum steht dabei die Kernfrage: Ist jeder Mensch einzigartig?
Michele spinnt diesen Gedanken beim Zwillingstreffen noch ein bisschen weiter: „Ist die Persönlichkeit genetisch bedingt oder durch das Umfeld?“ Er und sein Bruder zum Beispiel seien zwar Zwillinge, aber „total unterschiedlich“. Da kann Andreas Urfels nur teilweise zustimmen: „Es gibt markante Unterschiede, aber in der Art sind wir uns schon sehr ähnlich.“ Beide sind Ingenieure und spielen in ihrer Freizeit Fußball. Doch ist Thomas solo, sein Bruder hingegen verheiratet und Vater – übrigens von Zwillingen. Du bist der Erstgeborene, stimmt’s?“, will da Michele von Thomas wissen. Der nickt. „Wie ich, das sind die Verrückteren! Und unsere Brüder sind nur unsere Klone.“ Alle lachen.
Eine besondere Stimmung ist beim Zwillingsgipfel in jedem Fall spürbar. Nicht nur, weil es hier jeden in zweifacher Ausführung gibt. Michele glaubt, dass es zwischen Zwillingen eine besondere Verbindung gibt – nicht nur der Geschwister untereinander. „Wir sind wie eine Familie“, sagt er. Wenn man sich treffe, fühle man sich einander sofort nahe. „Das kennt ihr doch auch, oder?“
Beate Klein weiß, was er meint: „Diese enge Beziehung gibt es sonst nicht, das ist anders als zwischen Bruder und Schwester.“ Zwar seien die Zeiten längst vorbei, als sie stets die gleiche Kleidung trugen. „Aber auch wenn wir getrennt einkaufen gehen, haben wir oft quasi die selben Sachen erstanden.“ Starke Überschneidungen gebe es auch beim Freundeskreis. „Und wir haben eine Doppelhochzeit gefeiert.“ Ständig seien sie in Kontakt, telefonierten mehrmals täglich miteinander. „Wir auch“, ruft Michele. „Bestimmt zehn Mal am Tag.“ Ein bisschen unheimlich ist das schon. Wenn sie alle gemeinsam auf der Bühne stehen, ist das wie ein Suchbild, bei dem man verzweifelt nach Unterschieden Ausschau hält. Eine trägt Ohrringe, die andere nicht. Eine Stiefel, die andere Ballerinas. Einer läuft barfuß, der andere auf Socken. Doch alle Zwillingspaare haben die gleichen Frisuren. Da wird der Haarschnitt zur sichtbaren Schnittmenge. Bedrohlich und maschinenhaft ist die Musik, zu der die beiden Filippis-Zwillinge ihren Synchrontanz in laborhafter Atmosphäre vorführen. Die anderen tauchen nur kurz in der Mitte des Stücks auf, müssen nichts tun als laufen und stehen und gucken. Theatererfahrung brauchen sie also nicht. „Wir haben nur in der Grundschule mal Zipfel und Zapfel gespielt“, sagt Beate und kichert. Das Thema Klonen findet sie interessant – auch oder gerade aus Zwillingssicht. Wie es wäre, noch mehr von ihrer Sorte als Gegenüber zu haben? Kerstin denkt kurz nach: „Das würde mich total verwirren.“ Ihre Schwester stimmt zu – bei aller Liebe: „Eine reicht.“
Zwillinge gesucht
Für das Tanzperformance-Stück „A.Null“ suchen Guiseppe und Michele De Filippis noch weitere eineiige Zwillinge, die mitmachen wollen. Melden können sich Interessierte telefonisch unter 0172-2116145 oder per Mail an: mtwindancer@aol.com. Die Premiere ist am Freitag (7.) um 20.30 Uhr im Theater Mollerhaus. Weitere Vorstellungen sind am 8., 26. und 27. September sowie am 18., 19. und 20. Oktober jeweils zur gleichen Uhrzeit. Alexandra Welsch 5.9.2007
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