Mit der Lupe Warten auf den Bürgermeister: Neues "in Dur und Moll" vom Darmstädter Theater Transit VON FRANK SCHUSTER
Warten ist eine der unangenehmsten Erscheinungen des modernen Lebens. Der Körper sitzt auf einem Stuhl gefangen, in einem Raum, der auch noch als "Wartezimmer" deklariert ist, der Geist jedoch schwirrt ab, zu all dem, was man längst gedachte oder noch vorhat zu tun. In diese unangenehme Situation werden in Danke in Dur und Moll: Eine Partitur für Clowns gleich fünf Menschen versetzt. Und das bloß, weil sich der Bürgermeister verspätet, der die Wartenden für ihr ehrenamtliches Engagement auszeichnen sollte: 25 Jahre Heimatmuseum, 10 Jahre Gewerkschaft, 586 Jugendgruppen auf den Berg geführt... Nutzt alles nichts, das Stadtoberhaupt kommt nicht. [mehr]
__________________________________________________________________
Wieder Spaß in Dur und Moll Premiere: Heitere Variationen des Wartens: Das Theater Transit präsentiert seine neue Version der „Partitur für Clowns“
DARMSTADT. Für die Mitglieder des Theaters Transit sind ihre Stücke wie Wegbegleiter. Nicht nur für eine Spielzeit, sondern über Jahre hinweg stehen die Inszenierungen der freien Theatergruppe um Ann Dargies, Gisela Eitel und Max Petermann auf dem Spielplan im Theater Mollerhaus, bei den Wacker-Theatertagen oder auf anderen Bühnen im In- und Ausland. Wer die Stücke kennt, bemerkt vielleicht jedoch auch, dass sich immer wieder einmal etwas ändert. Das können kleine Regieeinfälle sein, erläutert Max Petermann. Manchmal sind die Änderungen aber auch so gravierend, dass fast ein neues Werk entsteht. [mehr]
__________________________________________________________________
Alles ist mädchenmöglich Theaterlabor Darmstadt
Daß 14 Jahre alte Teenager grausam sein können, lehrt die eigene Biographie. Mancher bittet noch nachträglich um die Absolution für seine verletzenden, pubertären Eskapaden. Wozu aber Mädchen im Äußersten in der Lage sind, das ahnt man kaum, bis die Medien die Realität jenseits der beschaulichen Inseln der Seligen zeigen. Braidie ist so ein Mädchen "aus der Zeitung". Die Artikel über die eigene Tat gehen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Die Anklage für sie und ihre Clique lautet: Mord an einer Gleichaltrigen. [mehr]
„gestrandet“ von Joan MacLeod Darmstädter Theaterlabor-Produktion im Mollerhaus: Aus dem Schulhof-Mobbing wächst der alltägliche Sadismus
DARMSTADT. Die Schauspielerin Nadja Soukup hat eine achtjährige Tochter, und seit sie das Stück „Gestrandet“ probte, sah sie das Pausenhoftreiben mit anderen Augen. In Kinderspielen können sich kleine Gemeinheiten verbergen, immer gibt es Kinder, die von anderen ausgegrenzt werden.
Das ist normal, aber manchmal wächst daraus Gewalt: Aus der Perspektive einer scheinbar unbeteiligten Zuschauerin erzählt der Monolog, wie der tägliche Sadismus unter Jugendlichen wächst. [mehr]
__________________________________________________________________
Pinocchio - von Carlo Collodi Premiere im Theater Lakritz: Bearbeitung von Max Eipp im Mollerhaus in Darmstadt
DARMSTADT. „Das ist das Theater . . . Hier geht es um Macht und Geld und Leidenschaft. Hier lehrt kein Lehrer, hier lehrt das Leben selbst“. So hieß es gestern bei der Premiere von „Pinocchio“ mit dem Theater Lakritz im Theater Mollerhaus.
Drei fahrende Schauspieler (Andreas Konrad, Julia Schlipf und Benjamin Lutz) haben dort ihre Straßenbühne aufgebaut und erzählen die Geschichte von Pinocchio, der zum Leben erwachten Holzpuppe. Das Theater wird zum Rahmen für die Handlung (Bühnenfassung: Max Eipp), die Carlo Collodi vor über 100 Jahren als Zeitungsroman geschrieben hat. [mehr]
__________________________________________________________________
Unter freiwilliger Selbstkontrolle Vorschau: „Keine Blasmusik!“: „Die Stromer“ bringen ihre erste Komödie für Erwachsene auf die Mollerhaus-Bühne
DARMSTADT. Birgit Nonn und Thomas Best sind von ihrem Kindertheater her nicht nur in Darmstadt bekannt. Nun bringen die beiden „Stromer“ ihr erstes Stück für Erwachsene auf die Bühne. Es heißt „Keine Blasmusik! – Ein gemütlicher Abend ohne Kompromisse“ und hat am Freitag (29.) im Theater Mollerhaus Premiere.
Im Mittelpunkt der Komödie stehen die Figuren Walter Daumann und Hildegard Lautenschläger. Es drängt die beiden „jung Verliebten in der zweiten Lebenshälfte“ zum Theater. Das ist unmöglich, nicht nur weil es an Talent fehlt. Deshalb verbringen beide die Abende vor dem Fernseher – und erzählen der Glotze ihre Verbesserungsvorschläge zu dem, was da läuft. Das Ganze entwickelt sich zum Geschäft: Walter und Hildegard verlegen ihr Wohnzimmer samt Fernsehapparat ins Theater, um dort gemeinsam mit dem Publikum den „Tatort“ anzuschauen. [mehr] __________________________________________________________________
Aufzug ohne Knopf Theater Profisorium spielt "Hotel zu den zwei Welten"
„Das Koma kann ganz lustig sein“, grinst der Magier. Nahtod als Komödienthema? In Eric-Emmanuel Schmitts „Hotel zu den zwei Welten“ glückt das Experiment. Die Melange aus melancholischen Momenten, gewitzten Kommentaren und ironischen Facetten ist ebenso geistreich wie pointiert ... Da hallt die Frage Juliens nach: „Wenn das Leben ein Geschenk ist, wer hat uns dann dieses Geschenk gemacht?“ [mehr]
Artikel des Darmstädter Echos vom 10. Januar 2005
|