Stück in einem Akt von Othmar Plöckinger
...nebst einer Schilderung seiner Liebe zur Dame seines Herzens, welche ihm mehrfachen Tod und somit wenig Freude erbrachte, und einer Erläuterung der Frage, wie das Schachspiel entstanden sei
Frohen Mutes und voller Tatendrang erwartet unser Antiheld seinen Stellungsbefehl. „Beschützer des Königs? – Retter der Dame? – Kamerad des Läufers?“ Doch nein. Man hat ihn auf H7 verbannt, auf den erbärmlichsten Platz des ganzen Spiels. Niemand will ihn, niemand braucht ihn, niemand ruft ihn.
So muss denn der Bauer, von heldenhaften Zügen träumend, von glorreichen Erinnerungen gebeutelt und vagen Hoffnungen wild zerzaust, vom Rand seiner Welt zusehen, wie die anderen sich müde in eine Schlacht schleppen, in die er sich so gerne mit aller Kraft stürzen würde.
Doch zur Untätigkeit verurteilt steht er nur da, der kleine Mann: unterbeschäftigt, gelangweilt, frustriert, vom Leben enttäuscht. Gefangen in seinem Quadrat wird ihm, dem Aufbrausenden, die Welt zu klein, und er möchte ausbrechen aus dem sich ewig drehenden Rad der Regeln und Begrenzungen, überzeugt davon, zu etwas Höherem, Besserem bestimmt zu sein. Die Mauern der Wirklichkeit bremsen die Träume des kleinen Mannes, bis er nicht mehr kann, bis er nicht mehr will, bis es ihm reicht. Vielleicht.
Eine Innenansicht der Seelenwelt einer Randfigur, komisch und bisweilen anrührend, ironisch und lakonisch, und nicht nur für passionierte Schachkenner sehenswert.
Darsteller Michel Schäfer
Termin E - Fr, 08.01.2010 | 20:30 Michel Schäfer Die Abenteuer eines Bauerns auf dem Schachbrett...
Dauer ca. 2 x 50 Min.
Preis Euro 10,- / 8,- Euro
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