Die andorranische Schuld - Ein Drama in 12 Bildern


Albrecht Dürer Schule, Weiterstadt

„Die andorranische Schuld – Ein Drama in zwölf Bildern“
Frei nach "Andorra" von Max Frisch

Andorra ist ein Modell. Ein Ort, der nirgends ist und überall. Eine Geschichte, die erfunden ist und sich doch jeden Tag neu erzählt. Es geht um Andri, der im Glauben aufgewachsen ist, anders zu sein. Anders als die anderen, ein Außenseiter, ein schwarzes Schaf, der - der immer irgendwie draußen bleiben wird.

Andri ist Jude, wurde von seinem andorranischen Pflegevater als kleines Kind aus dem faschistischen Nachbarland gerettet und im „toleranten“ Andorra aufgezogen. Was Andri aber nicht weiß: Diese Geschichte ist die Lebenslüge seines Vaters, erzählt, um einen Seitensprung zu vertuschen, erzählt, um den unehelichen Sohn zu leugnen. So wächst Andri in dem Bewusstsein auf, kein echter Andorraner zu sein, nie so sein zu können wie alle anderen und das lassen ihn alle immer und immer wieder hinreichend spüren.

Während er sich anfangs gegen die Vorurteile der anderen noch zu wehren versucht, nimmt er die Verhaltenserwartungen seiner Umwelt in dem Moment an, als sich sein „Adoptivvater“ anscheinend auch gegen ihn wendet, indem er ihm die Hand seiner Halbschwester Barblin, mit der er ja aufgrund der Rettung nicht verwandt zu sein scheint, verweigert. Der Verrat ist für ihn komplett – sein letzter Traum platzt. Andri beschließt, so zu sein, wie sie ihn haben wollen.

Als sein Vater endlich gesteht, dass Andri in Wirklichkeit sein leiblicher Sohn ist und kein Jude, ist Andri in die Rolle des Sündenbocks schon so sehr hineingewachsen, dass er seinem Vater nicht mehr glauben kann. Unweigerlich vollzieht sich sein Schicksal: Die "Schwarzen" rücken in Andorra ein und greifen sich bei einer Judenschau Andri heraus...

Die Produktion lehnt sich an das Drama von Max Frisch an, wurde aber in die heutige Sprache übertragen und den Besonderheiten der heutigen Jugend angepasst. So spielt während der Aufführung auch die Technik und die Musik eine gewichtige Rolle in der Inszenierung. Teile, die sich zum Beispiel in den Köpfen der einzelnen Protagonisten abspielen, werden durch Videoprojektion „auf die Bühne gebracht“.
„Die andorranische Schuld – Ein Drama in zwölf Bildern“ zeigt gerade in der heutigen Zeit Aktualität und Brisanz.

Darsteller
Andri: Julius Körner
Barblin: Lara Rostalski
Lehrer Can: Selina Göttmann
Tischler: Laura Berzkovits
Pastor: Stefanie Püchner
Senora: Iman Kadriovski
Soldat Peider: Niklas Zimmer
Jemand: Max Tippmann
Andris Mutter: Sophie Scherer
Doktor: Selina Balci
Wirt: Simon Behler
Judenschauer: David Meyer
Idiot: Fabian Schwach
Geselle: Fjolla Sertolli
Musikant: Friso Schaefer
"Schwarzer Soldat": Patrizia Schäffer/Stefanie Püchner
Prozession: Merijema Serifovic, Lydia Boege, Daniela Trivic, Beata Kristek, Selina Balci
"Schwarze": Merijema Sferovic
Andorraner: Lydia Boege, Daniela Trivic, Beata Kristek, Selina Balci
Soldaten: Jannik Busch, Patrizia Schäffer, Stefanie Püchner

Regie: Miriam und Steffen Englert
Bühnenbild: Felix Diaz
Videobearbeitung: Sebastian Dorn
Beleuchtung: Technik-AG der Albrecht-Dürer-Schule, Weiterstadt: Benjamin Schieb,Nicolas Rippel (Hauptverantwortliche), Eric Neumann, Jannik Sandau, Angela Lukas, Jan Petermann
Maske: Katharina Bub

Termin und Kartenreservierung
Mi, 24.06.2009 | 18 Uhr Albrecht Dürer Schule, Weiterstadt Die andorranische Schuld - Ein Drama in 12 Bildern

Dauer
90 Min.
+ 15 Min Pause

Preis
5,- Euro

Alter
Ab 14

Thema
Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Mobbing und vor allem das, was andere aus jemandem machen können.
Ein Stück über ein Geschehen, das sich (leider) immer und überall wiederholt. Ein Stück, das zum Nachdenken anregen soll.



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