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VORWÄRTS RÜCKWÄRTS SEITWÄRTS RAN
 



Die Hagestolzen

Die Hagestolzen mit Ihrem Programm „vorwärts-rückwärts-seitwärts-ran“ gehen erstmals zusammen auf die Theaterbühne.

Birgit Booth, Anna-Jane Pöhlmann, Anna Schmitt, Ima Krüger und Martina Schmitt entwickelten das ca. einstündige Stück unter Leitung der Odenwälder Theaterpädagogin Barbara Linnenbrügger nach Textvorlagen der Dichterin Gisela Lethen.

Es ist Nachmittag, Büchereizeit. Fünf Frauen begegnen sich eher zufällig im Lesesaal. Da sind Clarissa, Elisabeth, Alice, Constanze und Hedwig. So vielfältig ihr Leben, ihre Einstellungen und Perspektiven sind, gehen sie doch gemeinsam ran, ans Leben im Alter. Was herauskommt sind Lebensbetrachtungen nach dem Motto: vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.

Darstellerinnen: Birgit Booth, Anna-Jane Pöhlmann, Anna Schmitt, Ima Krüger und Martina Schmitt

Organisation
Ursula Reuter

Leitung
Barbara Linnenbrügger
Theaterpädagogin

Termin
E - Sa 26. Juni 2010 | 20:30 Uhr Die Hagestolzen vorwärts rückwärts seitwärts ran

Dauer
ca. 60 Min

Preis
10,-/8,- Euro

Kartenreservierung
Tel. 06151-26540 oder per E-Mail

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Die Hagestolze ist nach Wikipedia eine sehr seltene weibliche Daseinsform. Sie weist in der Bedeutung
tief in das altgermanische Rechtsverständnis zurück; eine Entsprechung findet sich beispielsweise in
dem altnordischen Begriff hagustalda. Der Hag bezeichnet ursprünglich einen kleinen, durch eine Hecke
umfriedeten und abgetrennten Bereich auf einem Grundstück. Stolz ist eine sprachliche Abschleifung
des mittelhochdeutschen stalt, Gestalt. Die ursprüngliche Bedeutung liegt im Dunkeln. Die moderne
Forschung geht davon aus, dass es wohl die beim Erbe leer ausgegangenen jüngeren Brüder – in sehr
seltenen Fällen auch die Schwestern – eines freien Hoferben waren. Für uns ist die Hagestolze die Alte
hinter der Hecke, die Grenzgängerin, die Eigensinnige, die ihren Weg geht

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HageStolze
von Gisela Lethen
HageStolze, Du
Heftest Dich an die Steifheit
Deines krummen Kreuzes
und klagst an mit den Beinen; wen?
HageStolze, Du
Brich Deine Schwüre, hast Dich versteift;
Winter war's, lieblose Zeit,
und der Frost macht hart.
Steig herab vom Kreuz der Angst,
von dem Du Dich selbst erlösest.
Du bist ihn gestorben, den heilenden Tod,
und die Zeit des Grabes grünt ihren Schoß.
Sieh die Taube, die zu Dir zurückkehrt,
HageStolze, Du
Mit dem Öl ihres Zweiges salbe Deine Füße;
Und der Saft Deiner Wurzeln will erwachen.
Entbinde Deine Beine von den Seilen der Schwäche; sie werden erwachsen.
Wiege Deinen Leib und kreis' Deine Mitte;
Deine Schultern schwing' aus dem Linnen versponnener Gedanken,
Und lass' sie tanzen wie bunte Bänder im Frühlingswind!
Dich schreckt die frische Unbekümmertheit dieses frühen Wehens?
Let it be!
Und der Tanz Deines Leibes will zum Leben erwachen.
Geborenwerden ist stets Wagnis und Angewiesensein:
Immer wieder ... immer anders ... immer neu ... Tag für Tag.
Und in der Nacht wiege Dich in der Schale Deines
Wankelmutes:
Immer wieder ... immer anders ... immer neu.
Gisela Lethen. Sprache Du Meine Geliebte
Gedichte und Sprachgeschöpfe, Athena Verlag, Oberhausen 1998

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