Der Bau (von Franz Kafka)

theater INC. Darmstadt

„Ich werde, genau horchend an den Wänden meines Ganges, durch Versuchsgrabungen den Ort der Störung erst feststellen müssen und dann erst das Geräusch beseitigen können.“

Umgeben von einer Vielzahl an Tunneln, ausgehobenen Forschungsgräben, gefüllten Vorratskammern und Verteidigungsanlagen aller Art lebt das Tier tief unter der Erde in einem selbst erbauten unterirdischen Labyrinth. Nur selten geht es an der Oberfläche auf die Jagd. Da wird das friedliche Leben des Tieres eines Tages jäh gestört: Ein kaum hörbares Zischen reißt es aus seinem Schlaf und verfolgt es durch den Tag. Mit dem zwanghaften Ziel, den Ursprung des Geräusches und damit den möglichen Eindringling ausfindig zu machen, gräbt es in einem immer heftiger werdenden Wahn immer tiefere Gänge und errichtet immer mehr Anlagen zu seinem Schutz – Doch worin besteht die Gefahr?

Franz Kafkas berühmtes und posthum veröffentlichtes Romanfragment „Der Bau“ erzählt vom zunehmenden Wahn eines undefinierten Tieres, das glaubt, sich vor einem nicht identifizierbaren Feind schützen zu müssen. Der Drang nach der Perfektionierung des Tunnelsystems und seiner Verteidigungsmechanismen endet in seiner Paranoia. Die Inszenierung möchte eben den Ursprung und die Auswirkungen dieses psychischen Extremzustandes erforschen. Dies wird mithilfe einer performativen Anordnung des Textes gepaart mit Elementen des Puppenspiels durch Live-Musik abgerundet und von einer Live-Kamera begleitet.

Schauspiel: Tim Albrecht

Szen. Einrichtung: Marvin Heppenheimer

Live-Kamera: Justus Primozic

 

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