Ubu c´est moi

Ein Machtspiel zwischen Musik und Theater

Theater Transit

„Schreiße!“ brüllt er und wenig später ist er schon König: Ubu. Mittels Massaker an der Herrscherfamilie reißt er die Krone an sich, unterdrückt das Volk, bereichert sich schamlos. Ein Machtmensch alter Schule, Vorbild für Autokraten von heute. Wir packen das Monstrum unter die Lupe. Ubu Labor: Anatomie des Bösen. Mikrochemie der Habgier. Ästhetik des Widerstands. Ästhetik der Macht. Ubu, c’est moi ist ein szenischer Versuch, ein Wagnis. Wir sind noch nicht fertig mit ihm. Treten Sie näher, treten sie ein! Bestaunen Sie unser Panoptikum …  Ubu paradis oder Ubu catastrophe? 

Ubu, vor über hundert Jahren von seinem genialen Erfinder Alfred Jarry auf die (Theater-) Welt losgelassen, Ubu lebt: der kleine, feige Spießer, der König wird. Der seine Untertanen ausraubt und massakriert. Der zur Durchsetzung seiner „Politik“ die groteskesten Marterinstrumente erfindet: das Kneifschwein, die Gehirnzerquetschmaschine, die Ohrenschere.

Vorbild der Ubu-Figur war ein trotteliger Physik-Professor in Jarrys Schule in Rennes. Dramatisches Vorspiel waren Shakespeares Tragödien – deren Intrigen und Effekte werden im „König Ubu“ lust- und hohnvoll parodiert. Das Königsdrama, erniedrigt zum historischen  Kasperletheater. Doch was als freche Parodie geschrieben wurde, erweist sich heute als die kühnste Prophetie, die irgendeinem Dramatiker je gelungen ist:  In „Ubu“  ist, farcen- und fratzenhaft verzerrt, die Geschichte des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts vorhergesagt, die politische Geschichte (mit ihrer bizarren, eigentlich gar nicht mehr glaubhaften Gewalttätigkeit) genauso wie die Theatergeschichte.

Mitwirkende: Volker Ell, Max Petermann               Dramaturgie: Ossian Hain            Foto: Christian Gebhard

ca. 70 Min., ab 16 Jahre

Preise: VVK 15,30/12,30 € inkl. Gebühren, Abendkasse 17/13 €

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